Reinraum- & Hygienebereichreinigung
Reinigung nach Reinraum-Klassen und Hygienevorgaben in Berlin und Brandenburg.
Professionelle Reinraum- und Hygienebereichreinigung
BPS Facilities reinigt Reinräume und Hygienebereiche in Berlin und Brandenburg nach strengen Normen – von ISO 14644 bis GMP, mit dokumentierten Verfahren.
Das reinigen wir:
Reinräume nach ISO-Klassen
Hygiene- und Produktionsbereiche
Schleusen und Oberflächen
Ihre Vorteile:
Reinigung nach ISO und GMP
Dokumentierte Verfahren
Geschultes Fachpersonal
Definierte Frequenzen
So läuft Ihre Reinraumreinigung ab
Der direkte Weg zu sauberen Reinräume
Wir stimmen Umfang, Methode und Intervalle genau auf Ihr Objekt ab – für ein zuverlässig sauberes Ergebnis bei Ihrer Reinraumreinigung.
Kostenlose Beratung und Aufmaß vor Ort
Unsere Fachkräfte schauen sich Ihr Objekt vor Ort an, ermitteln den tatsächlichen Reinigungsbedarf und erstellen Ihnen ein transparentes, faires Angebot.
Saubere Ausführung durch geschultes Team
Ein festes, geschultes Team übernimmt die Reinraumreinigung fachgerecht – zuverlässig, termintreu und auf Wunsch außerhalb Ihrer Betriebszeiten.
Reinigung nach Norm
Dokumentierte Verfahren
Feste Ansprechpartner
Unser Reinigungskonzept für Ihre Reinraumreinigung
Von der kostenlosen Beratung über einen klaren Plan bis zur zuverlässigen Ausführung – Reinraumreinigung aus einer Hand für Berlin und Brandenburg.
Faire Kosten, transparent kalkuliert
Die Kosten der Reinraumreinigung richten sich nach Reinraumklasse, Fläche und Frequenz. Ihr genaues, transparentes Angebot erstellen wir individuell.
Reinraumreinigung
Drei Gründe, warum BPS Facilities der richtige Partner ist
Reinigung nach Maß
Je nach Objekt und Bedarf stellen wir den passenden Leistungsumfang und die richtigen Intervalle für Ihre Räume zusammen.
Erfahrenes, festes Team
Geschulte Reinigungskräfte mit festen Ansprechpartnern sorgen für gleichbleibende Qualität – zuverlässig und diskret.
Faire und transparente Kosten
Nach der Beratung kennen Sie alle Kosten. Sie erhalten ein klares Angebot ohne versteckte Posten.
Reinraumreinigung in Berlin und Brandenburg ist kein gewöhnlicher Gebäudedienst – sie ist ein regulierter, normgebundener Prozess mit messbaren Grenzwerten, Validierungspflicht und branchenspezifischen Anforderungen. Ob Pharmabetrieb in Schönefeld, Medizintechnikhersteller in Potsdam oder Halbleiterfertigung im Berliner Umland: Wer einen Reinraum betreibt, muss nach ISO 14644 oder EU-GMP Annex 1 reinigen, dokumentieren und requalifizieren. Die Kosten liegen je nach Klasse zwischen 8 und 25 Euro pro Quadratmeter – deutlich über dem Niveau gewerblicher Standardreinigung. Was genau dahintersteckt, welche Normen gelten und worauf du bei der Auftragsvergabe achten musst, erfährst du hier.
Was ist Reinraumreinigung? Grundlagen und Abgrenzung
Ein Reinraum ist keine gewöhnliche Produktionshalle. Er ist eine kontrollierte Umgebung, in der Partikelkonzentration, Luftwechselrate, Temperatur, relative Feuchte und Differenzdruck innerhalb exakt definierter Grenzwerte gehalten werden. Die internationale Grundlage dafür liefert die Normenreihe ISO 14644. Ergänzend gelten in der Pharmaindustrie die GMP-Richtlinien der Europäischen Union, insbesondere EU-GMP Annex 1 für sterile Arzneimittelherstellung und Annex 15 für Qualifizierung und Validierung.
Reinraumreinigung bedeutet: Jeder Reinigungsschritt muss reproduzierbar sein, dokumentiert werden und nachweislich die geforderten Sauberkeitsstandards erreichen. Das unterscheidet sie fundamental von der Büro- oder Praxisreinigung.
Zwei Begriffe werden dabei oft verwechselt. Desinfektion reduziert lebensfähige Keime um mindestens den Faktor 100.000 – das entspricht 5 Log-Stufen. Sterilisation geht einen Schritt weiter: Sie reduziert um den Faktor 1.000.000, also 6 Log-Stufen. Im Reinraum der höchsten GMP-Klassen ist Sterilisation der Maßstab; in Hygienebereichreinigung nach KRINKO genügt häufig Desinfektion.
Für Berlin und Brandenburg ist das Thema besonders relevant. Die Region beherbergt eine wachsende Zahl von Pharmaunternehmen, Medizintechnikherstellern, Halbleiterbetrieben und Automotive-Zulieferern – allesamt Branchen mit Reinraumbedarf. Jede dieser Branchen bringt ihre eigene Normenwelt mit:
- ISO 14644-1/-2/-3: Klassifizierung, Überwachung und Reinraumtechnik – branchenübergreifend
- EU-GMP Annex 1 und 15: Sterile Arzneimittelherstellung und Validierung – Pharmaindustrie
- VDI 2083 (Blatt 2 und 3): Prüfparameter und Mindestanforderungen – Maschinenbau und Produktion
- VDA 6.3: Automotive-spezifische Prozessanforderungen
- IEST-RP-CC-Series: Mikrocontamination Control für Halbleiter und Elektronik
- KRINKO-Empfehlungen (RKI): Krankenhaus- und Laborreinigung in medizinischen Einrichtungen
Der Unterschied zwischen Reinraumreinigung und Standard-Hygienebereichreinigung zeigt sich auf mehreren Ebenen. Reinraumreinigung basiert auf ISO 14644 und EU-GMP, erfordert eine vollständige Reinigungsvalidierung mit Chargenprotokoll und setzt rückstandsfreie, validierte Reinigungsmittel voraus. Das Personal muss reinraumspezifisch geschult sein und Schutzkleidung tragen, die der jeweiligen Klasse entspricht. Krankenhaus- und Laborreinigung nach KRINKO arbeitet mit VAH- und DVV-gelisteten Desinfektionsmitteln, Hygieneplänen und Desinfektionsnachweisen – weniger komplex in der Validierung, aber ebenso verbindlich in der Dokumentation.
Kurz gesagt: Reinraumreinigung ist teurer, aufwendiger und stärker reguliert. Wer einen Dienstleister in Berlin oder Brandenburg beauftragt, sollte genau prüfen, welche Zertifizierungen dieser mitbringt – ISO 9001, DAkkS-Akkreditierung oder branchenspezifische Nachweise sind dabei keine Kür, sondern Pflicht.
ISO-Klassen und GMP-Klassen im Vergleich: Partikelgrenzwerte und Anforderungen
Die Klassifizierung eines Reinraums bestimmt alles: Reinigungsfrequenz, Personalanforderungen, Reinigungsmittelwahl und Kosten. Zwei Systeme dominieren den Markt – und sie verfolgen unterschiedliche Ziele.
ISO 14644-1 klassifiziert Reinräume ausschließlich nach der Partikelkonzentration in der Luft. Gemessen werden Partikelgrößen ab 0,5 µm und ab 5,0 µm pro Kubikmeter Luft. Die Skala reicht von ISO 1 (höchste Reinheit, weniger als 10 Partikel ≥ 0,1 µm/m³) bis ISO 9 (niedrigste Reinheit). In der Praxis am häufigsten anzutreffen sind ISO 5, ISO 7 und ISO 8. ISO 5 erlaubt maximal 3.520 Partikel ≥ 0,5 µm pro Kubikmeter – ISO 7 bereits 352.000, ISO 8 sogar 3.520.000.
GMP-Klassen A bis D nach EU-GMP Annex 1 gehen weiter. Sie berücksichtigen neben der Partikelkonzentration auch mikrobiologische Grenzwerte und regulatorische Anforderungen. GMP ist primär für die Pharmaindustrie konzipiert. Die Korrespondenz zu ISO-Klassen ist dabei nicht eins zu eins: GMP A entspricht ungefähr ISO 4.8, GMP B entspricht ISO 5 im Ruhezustand und ISO 7 im Betrieb, GMP C entspricht ISO 7 (Ruhe) bzw. ISO 8 (Betrieb), GMP D entspricht ISO 8.
Zwei technische Parameter sind für die Reinigung besonders relevant. Erstens: Zwischen Räumen unterschiedlicher GMP-Klassen muss eine Mindest-Druckdifferenz von 10 Pa aufrechterhalten werden. Sie verhindert, dass Luft aus dem weniger reinen in den reineren Bereich strömt – auch wenn Türen kurz geöffnet werden. Zweitens: Nach einer Kontamination muss der Reinraum innerhalb von weniger als 20 Minuten wieder die geforderten Partikelgrenzwerte erreichen. Diese Erholzeit ist eine GMP-Anforderung und wird bei der Qualifizierung geprüft.
| Reinraumklasse | ISO-Äquivalent | Ruhe ≥0,5 µm/m³ | Ruhe ≥5,0 µm/m³ | Betrieb ≥0,5 µm/m³ | Betrieb ≥5,0 µm/m³ |
|---|---|---|---|---|---|
| GMP A | ISO 4.8 | 3.520 | 20 | 3.520 | 20 |
| GMP B | ISO 5/7 | 3.520 | 29 | 352.000 | 2.900 |
| GMP C | ISO 7/8 | 352.000 | 2.900 | 3.520.000 | 29.000 |
| GMP D | ISO 8 | 3.520.000 | 29.000 | nicht definiert | nicht definiert |
Die Tabelle macht deutlich: Zwischen GMP A und GMP D liegen im Betriebszustand bei der 0,5-µm-Fraktion drei Zehnerpotenzen. Das erklärt, warum Reinigungsaufwand und Kosten je nach Klasse so stark variieren. Wer GMP A betreibt, reinigt vor und nach jedem Einsatz – wer GMP D betreibt, kommt mit wöchentlicher Reinigung aus.
Reinigungsfrequenz und Requalifizierungsintervalle nach Reinraumklasse
Wie oft ein Reinraum gereinigt werden muss, hängt direkt von seiner Klasse ab. Die Anforderungen sind nicht optional – sie sind regulatorisch verankert und werden bei Audits geprüft. Wer zu selten reinigt oder die Dokumentation lückenhaft führt, riskiert den Verlust der Zulassung.
GMP A ist die anspruchsvollste Klasse. Sie kommt bei steriler Abfüllung und offenen sterilen Produkten zum Einsatz. Hier wird vor und nach jedem Einsatz gereinigt – und zusätzlich pro Schicht. Das bedeutet in einem Drei-Schicht-Betrieb potenziell sechs oder mehr Reinigungszyklen pro Tag. Jeder Zyklus muss protokolliert werden.
GMP B umgibt typischerweise den GMP-A-Bereich. Die Reinigung erfolgt täglich, ergänzt durch regelmäßige Desinfektion. Auch hier gilt: Jede Maßnahme wird dokumentiert, Desinfektionsmittel werden nach einem Rotationsplan eingesetzt.
GMP C wird für die Vorbereitung von Lösungen genutzt. Tägliche Reinigung plus regelmäßige Desinfektion sind Standard. Die Anforderungen sind geringer als in GMP A/B, aber deutlich strenger als in konventionellen Produktionsbereichen.
GMP D deckt Grobvorbereitung und Verpackung ab. Hier reicht tägliche bis wöchentliche Reinigung – je nach Risikobewertung des Betreibers.
Neben der laufenden Reinigung gibt es die Requalifizierung: den dokumentierten Nachweis, dass der Reinraum weiterhin die geforderten Klassifizierungsparameter erfüllt. Die Intervalle sind normativ festgelegt:
- GMP A und B: Requalifizierung alle 6 Monate (EU-GMP Annex 1)
- GMP C und D: Requalifizierung alle 12 Monate (EU-GMP Annex 1)
- ISO-Klassen 1–9: Requalifizierung alle 12 Monate (ISO 14644-1)
Bei der Requalifizierung werden sieben Parameter geprüft: Partikelmessung nach ISO 14644, Filterlecktest (DEHS-Methode zur Dichtheitsprüfung von HEPA- und ULPA-Filtern), Luftgeschwindigkeit und Volumenstrom, Luftwechselrate, Strömungsvisualisierung, Differenzdruck sowie Temperatur und relative Feuchte. Alle Ergebnisse fließen in ein Qualifizierungsprotokoll, das bei Behördenanfragen vorgelegt werden muss.
Die Reinigungsvalidierung ist davon zu unterscheiden. Sie ist kein einmaliger Akt, sondern ein kontinuierlicher Nachweis: Jeder Reinigungsprozess muss reproduzierbar die geforderten Sauberkeitsstandards erreichen. Im GMP-Umfeld ist das Pflicht, geregelt in EU-GMP Annex 15. Wer einen externen Dienstleister beauftragt, muss sicherstellen, dass dieser die Validierungsdokumentation vollständig und revisionssicher führt.
Ein weiterer regulatorischer Punkt: Der Reinigungs- und Desinfektionsplan muss schriftlich fixiert sein und eine Rotationsstrategie für Desinfektionsmittel enthalten. Der Grund ist einfach – wer immer dasselbe Mittel einsetzt, riskiert Resistenzbildung bei Mikroorganismen. Im GMP-Umfeld ist die Rotation keine Empfehlung, sondern Vorschrift.
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Reinigungsmittel und Verfahren für Reinräume: Was ist erlaubt?
Die Wahl des Reinigungsmittels ist im Reinraum keine Geschmacksfrage. Sie ist eine regulatorische Entscheidung mit direkten Auswirkungen auf die Produktsicherheit. Das falsche Mittel kann Rückstände hinterlassen, Partikel erzeugen oder die Reinraumklasse kompromittieren – mit entsprechenden Konsequenzen bei Audits und Zulassungsverfahren.
Die Grundanforderung ist klar: Alle Reinigungsmittel müssen rückstandsfrei sein. Sie dürfen keine partikelgenerierenden Rückstände auf Oberflächen hinterlassen. Das schließt viele handelsübliche Reiniger aus, die Tenside, Duftstoffe oder Konservierungsmittel enthalten.
Für ISO-5-Reinräume (GMP A/B) sind zwei Mittelklassen etabliert:
70 % Isopropylalkohol (IPA)
IPA ist der Standard für die meisten Reinraumklassen. Es bietet ein breites Wirkspektrum gegen Bakterien, Hefen und unbehüllte Viren, verdunstet schnell und hinterlässt keine Rückstände. Die Konzentration von 70 % ist dabei entscheidend – reiner Alkohol (100 %) ist weniger wirksam, weil Wasser als Träger für die Zellmembranpenetration benötigt wird. IPA ist validierbar, gut dokumentiert und in der Reinraumpraxis seit Jahrzehnten erprobt.
Wasserstoffperoxid-basierte Lösungen
Für die höchsten GMP-Klassen A und B werden sporozide Mittel benötigt. Wasserstoffperoxid-Lösungen – oft in Kombination mit Peressigsäure – erfüllen diese Anforderung. Sie wirken gegen bakterielle Sporen, die gegenüber IPA resistent sind. Der Nachteil: höhere Kosten, aufwendigere Handhabung und die Notwendigkeit, Materialverträglichkeit für alle Oberflächen im Reinraum zu prüfen und zu dokumentieren.
VAH- und DVV-gelistete Mittel für Hygienebereichreinigung
In Krankenhäusern und Laboren nach KRINKO-Standard kommen VAH-gelistete (Verbund für Angewandte Hygiene) und DVV-gelistete Desinfektionsmittel zum Einsatz. Diese Mittel sind auf ihre Wirksamkeit gegen spezifische Erreger geprüft und zugelassen. Sie sind nicht zwingend für Reinräume nach ISO 14644 geeignet – die Anforderungen an Rückstandsfreiheit und Partikelfreiheit sind dort strenger.
Die Rotationsstrategie ist in beiden Welten Pflicht. Im GMP-Umfeld schreibt der Reinigungs- und Desinfektionsplan vor, zwischen verschiedenen Wirkstoffklassen zu wechseln – zum Beispiel zwischen quaternären Ammoniumverbindungen und Alkoholen. So wird verhindert, dass sich resistente Keimpopulationen etablieren.
Alle eingesetzten Mittel müssen validiert und dokumentiert sein. Das bedeutet: Der Betreiber muss nachweisen, dass das Mittel unter den spezifischen Bedingungen seines Reinraums die geforderte Keimreduktion erreicht. Diese Validierung erfolgt nach EU-GMP Annex 15 und ist Teil der Reinigungsvalidierung.
Ein weiterer Aspekt ist die partikuläre Oberflächenreinheit (SPC) nach DIN ISO 14644-9. Diese Norm betrachtet Partikelgrößen von 0,05 bis 500 µm auf Oberflächen – also nicht nur die Luft, sondern auch Wände, Böden und Arbeitsflächen. Für Reinräume der höchsten Klassen ist die Oberflächenreinheit ebenso relevant wie die Luftreinheit.
Kosten der Reinraumreinigung in Berlin und Brandenburg 2026
Öffentlich verfügbare, verifizierte Marktpreise für Reinraumreinigung gibt es nicht. Die Dienstleister kalkulieren individuell – abhängig von Reinraumklasse, Fläche, Reinigungsfrequenz, Validierungsaufwand und Personalkosten. Trotzdem lassen sich Orientierungswerte nennen, die in der Branche kursieren.
Für ISO 5 (GMP A/B) liegen die Schätzwerte bei 15 bis 25 Euro pro Quadratmeter. Für ISO 7 (GMP C) bei 8 bis 12 Euro pro Quadratmeter. Zum Vergleich: Allgemeine gewerbliche Reinigung kostet im Bundesdurchschnitt 1,50 bis 3,50 Euro pro Quadratmeter oder 20 bis 40 Euro pro Stunde. Praxisreinigung mit erhöhten Hygieneanforderungen liegt bei 2 bis 5 Euro pro Quadratmeter.
Berlin ist teurer als der Bundesdurchschnitt. Der Großstadtaufschlag liegt bei rund 10 bis 20 Prozent – bedingt durch höhere Lohnkosten, Fahrtzeiten und die allgemein höhere Kostenstruktur in der Hauptstadtregion. Brandenburg liegt näher am Bundesdurchschnitt, aber auch hier schlagen Anfahrtskosten zu Buche, wenn spezialisierte Berliner Dienstleister beauftragt werden.
Die wichtigsten Kostentreiber bei der Reinraumreinigung sind:
- Schutzkleidung: Reinraumanzüge, Handschuhe, Überschuhe und Hauben müssen der jeweiligen Klasse entsprechen und regelmäßig gewechselt werden.
- Validierungsdokumentation: Chargenprotokolle, Reinigungsvalidierung nach Annex 15 und Requalifizierungsberichte verursachen erheblichen Aufwand.
- Spezialisiertes Personal: Reinraumreiniger müssen geschult, unterwiesen und regelmäßig requalifiziert werden.
- Reinigungsmittelqualität: Validierte, rückstandsfreie Mittel kosten ein Vielfaches handelsüblicher Produkte.
- Reinigungsfrequenz: GMP A bedeutet mehrfache tägliche Reinigung – das multipliziert alle Kostenblöcke.
Bekannte Anbieter in Berlin sind unter anderem CWS Cleanrooms und Dussmann Service. Weitere spezialisierte Dienstleister sind über Plattformen wie wlw.de auffindbar. Wichtig bei der Auswahl: Zertifizierungen prüfen, Referenzen aus der eigenen Branche anfragen und Muster-Dokumentationen vorab einfordern.
Hygienebereichreinigung in Krankenhäusern und Laboren: KRINKO und RKI-Standards
Hygienebereichreinigung in medizinischen Einrichtungen folgt einem anderen Regelwerk als die Reinraumreinigung – aber sie ist nicht weniger verbindlich. Im Zentrum stehen die KRINKO-Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention am Robert Koch-Institut (RKI). Diese Empfehlungen gelten in Deutschland als verbindliche Leitlinien zur Prävention nosokomialer Infektionen.
Nosokomiale Infektionen – also im Krankenhaus erworbene Infektionen – sind ein ernstes Problem. Sie entstehen häufig durch kontaminierte Oberflächen, mangelhaft desinfizierte Geräte oder unzureichende Händehygiene. Die Hygienebereichreinigung ist eine der primären Präventionsmaßnahmen. Wer hier spart oder nachlässig arbeitet, gefährdet Patienten direkt.
Der Unterschied zur Reinraumreinigung liegt vor allem in der Normgrundlage und im Fokus. Während Reinraumreinigung primär auf Partikelfreiheit und Produktschutz abzielt, geht es bei der Hygienebereichreinigung um Keimreduktion und Infektionsprävention. Die eingesetzten Mittel sind VAH-gelistet (Verbund für Angewandte Hygiene) oder DVV-gelistet (Deutsche Vereinigung zur Bekämpfung der Viruskrankheiten) – das bedeutet, ihre Wirksamkeit gegen spezifische Erreger ist geprüft und dokumentiert.
In Berliner und Brandenburger Krankenhäusern, Arztpraxen, Pflegeeinrichtungen und Laboren gelten folgende Grundsätze:
- Flächendesinfektion: Patientennahe Flächen (Bettgestelle, Nachttische, Türgriffe) werden täglich desinfiziert. Böden in Risikobereichen mindestens einmal täglich.
- Hygienepläne: Jede Einrichtung muss einen schriftlichen Hygieneplan führen, der Reinigungsintervalle, Mittelauswahl und Verantwortlichkeiten festlegt.
- Desinfektionsnachweise: Durchgeführte Maßnahmen werden dokumentiert – analog zur Chargenprotokollierung im GMP-Umfeld.
- Personalschulung: Reinigungspersonal muss regelmäßig in Hygienemaßnahmen und korrekter Schutzausrüstung geschult werden.
Für Labore gelten zusätzlich die Biosicherheitsstufen (BSL 1–4). In BSL-3- und BSL-4-Laboren sind die Anforderungen an Desinfektion und persönliche Schutzausrüstung mit denen in GMP-A-Reinräumen vergleichbar – wenn auch mit anderem regulatorischen Rahmen.
Ein wichtiger Unterschied zur Reinraumreinigung: Die Kosten für Hygienebereichreinigung sind moderater. Praxisreinigung mit erhöhten Hygieneanforderungen liegt bei 2 bis 5 Euro pro Quadratmeter – also deutlich unter den 8 bis 25 Euro für Reinraumreinigung. Der Grund: Validierungsaufwand und Spezialmittel sind weniger aufwendig, auch wenn die Hygieneanforderungen hoch sind.
Für Betreiber in Berlin und Brandenburg, die sowohl Reinraum- als auch Hygienebereichflächen unterhalten – etwa in Krankenhäusern mit angeschlossenen Forschungslaboren – empfiehlt sich ein Dienstleister, der beide Welten beherrscht. Die Dokumentationssysteme unterscheiden sich, die Mittelauswahl unterscheidet sich, und das Personal muss für beide Bereiche separat geschult sein. Wer das mit einem einzigen Anbieter abdecken kann, spart Koordinationsaufwand und reduziert Schnittstellenrisiken.
Zusammenfassend gilt: Ob Reinraum nach ISO 14644 oder Hygienebereich nach KRINKO – in beiden Fällen ist die Reinigung kein Kostenfaktor, den man optimieren sollte, indem man den günstigsten Anbieter wählt. Sie ist ein Qualitätsmerkmal, das direkt in Produktsicherheit und Patientenschutz einfließt.
Weitere Leistungen der Industriereinigung
Antworten auf Fragen zur Reinraum- & Hygienebereichreinigung
Einheitliche Marktpreise gibt es nicht. Schätzwerte: ISO 5 (GMP A/B) kostet ca. 15–25 €/m², ISO 7 (GMP C) ca. 8–12 €/m². In Berlin liegt ein Aufschlag von 10–20 % gegenüber dem Bundesdurchschnitt vor. Individuelle Angebote sind erforderlich.
ISO-Klassen (ISO 14644) bewerten ausschließlich die Partikelkonzentration in der Luft – rein technisch. GMP-Klassen (EU-GMP Annex 1) berücksichtigen zusätzlich mikrobiologische Grenzwerte und regulatorische Anforderungen der Pharmaindustrie. GMP ist strenger und umfassender.
GMP A: vor und nach jedem Einsatz sowie pro Schicht. GMP B und C: täglich plus regelmäßige Desinfektion. GMP D: täglich bis wöchentlich. Die Frequenz ist normativ vorgegeben und wird bei Audits geprüft.
GMP A und B: alle 6 Monate gemäß EU-GMP Annex 1. GMP C und D sowie alle ISO-Klassen 1–9: alle 12 Monate gemäß ISO 14644-1. Die Requalifizierung umfasst sieben Prüfparameter, darunter Partikelmessung und Filterlecktest.
Standard ist 70 % Isopropylalkohol (IPA) – breites Wirkspektrum, keine Rückstände. Für sporozide Wirkung kommen Wasserstoffperoxid-Lösungen zum Einsatz. Alle Mittel müssen validiert, dokumentiert und nach Rotationsplan eingesetzt werden.
Desinfektion reduziert lebensfähige Keime um mindestens Faktor 100.000 (5 Log-Stufen). Sterilisation geht weiter: Keimreduktion um Faktor 1.000.000 (6 Log-Stufen). In GMP-A-Reinräumen ist Sterilisation der Maßstab.
Ja. KRINKO-Empfehlungen des Robert Koch-Instituts gelten in Deutschland als verbindliche Leitlinien zur Prävention nosokomialer Infektionen in medizinischen Einrichtungen. Abweichungen müssen begründet und dokumentiert werden.
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